Publikation : Leseprobe
In: Hercher, Heike/ Kersting, H.J. (Hrsg): Systemische Supervision im Gespräch. Aachen. IBS. (2003)
Heinz Kersting: Würdest du sagen, daß es typisch männliche und typisch weibliche Verhaltensmuster in der Supervision gibt?
Andrea Ebbecke-Nohlen: Auf die Antwort zu dieser Frage wäre ich auch neugierig. Ich stelle diese Frage selbst ganz oft in meinen Supervisionen. Und während der Auftragsklärung fällt dann häufig die Bemerkung: "Wir wollen einmal mit einer Frau arbeiten. Wir hatten schon so viele männliche Supervisoren." Und ich sage dann: "Was bedeutet das denn für Sie? Was denken Sie, was sollte eine Frau anders machen? Wo sind die Unterschiede aus Ihrer Sicht? Und wo lägen die Vorteile und wo die Nachteile?" In solchen Situationen bin ich eher auf der Seite der Neugier, in dem Sinne, daß ich mich immer neu kundig machen möchte. Was heißt es für andere, daß ich jetzt als Frau hier sitze? Häufig kommt die Antwort - und das, denke ich, ist vielleicht das Gemeinsame dieser verschiedenen Situationen: "Eine Frau sorgt mehr für das „Atmosphärische,“ wobei ich nicht genau weiß, was das ist, und ob das unter Umständen etwas mit dem zu tun hat, was wir vorhin besprochen haben, also z.B. mit der affektiven Rahmung.
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